Es hat nur die Größe einer Faust, aber im Lauf eines Lebens pumpt es eine Flüssigkeitsmenge, die 46 der größten Öltanker der Welt füllen würde. Das Herz ist unser wichtigstes Organ, aber es ist auch sehr verletzlich: Herz- und Kreislauferkrankungen sind die häufigste Todeserkrankung in der Bundesrepublik.
Das Herz - mehr als ein Organ
Bereits bevor die Menschen die körperlichen Funktionen des Herzens kannten, wussten sie, dass es sich dabei um ein wichtiges Organ handelt. Da es sich bei starken Gefühlsregungen bemerkbar macht, sei es aus Liebe oder in Todesfurcht, glaubten sie sogar, dass im Herzen das Gewissen oder die Seele sitze.
Réné Descartes, Philosoph und Naturwissenschaftler des 17. Jahrhunderts, bezeichnete solche Vorstellungen als falsch. Er hielt Gefühle in der Herzgegend für bloße Täuschung. Sein Zeitgenosse William Harvey hatte 1628 entdeckt, dass das Herz eine Pumpe ist, die den Blutkreislauf in Gang hält. Angesichts solcher medizinischer Erkenntnisse rückten Vorstellungen wie die vom Herzen als Gewissen in den Hintergrund.
Trotzdem gibt es in unserer heutigen Sprache unglaublich viele Redewendungen, die das Wort "Herz" beinhalten: Das Herz ist gebrochen, man schließt jemanden in sein Herz oder "es geht einem das Herz auf", um nur einige zu nennen.
Schon vor über 4500 Jahren beschrieb das babylonische Gilgamesch-Epos, die älteste Dichtung der Menschheit, wie König Gilgamesch Todesfurcht in seinem Herzen verspürte und sich daher auf die Suche nach dem Kraut der Unsterblichkeit machte.
Im Laufe der Jahrhunderte spielte das Herz in vielen Kulturen besonders in Verbindung mit dem Tod oder dem drohenden Ende der Welt eine wichtige Rolle.
Die alten Ägypter glaubten, dass Herz würde beim Totengericht über Unsterblichkeit oder Verdammnis des Verstorbenen entscheiden. Sie stellten sich das Herz als ein Gefäß vor, in dem sich im Lauf des Lebens die Sünden ansammelten. Da das Herz beim Totengericht auf einer Waage gegen die Gerechtigkeit, dargestellt durch eine Feder, aufgewogen wurde, war ein Leichtes, sündenfreies Herz wichtig. In der griechischen Antike gab es eine solche plastische Vorstellung zwar nicht, doch der Philosoph Aristoteles hielt das Herz für den Sitz der Seele - und kommt damit dem späteren Glauben der Christen schon sehr nahe.
Auch im Alten Testament ist das Herz Ursprung des Lebens und Sitz der Seele. Die Vorstellung, Gott prüfe den Menschen, in dem er in sein Herz hineinähe, hat bis heute Bestand. Mittelalterliche Darstellungen zeigen den Erzengel Michael bei der Seelenwägung beim Jüngsten Gericht - Parallelen zum ägyptischen Totengericht sind offensichtlich.
Vom Mittelalter bis ins 19.Jahrhundert gab es unter europäischen Fürsten und Kaiser sogar die Sitte, nach dem Tode das Herz in einer besonderen Urne an einer heiligen Stätte beizusetzen. Durch diese völlige Hingabe wollten sie Gott besonders nahe sein.
Auch die Azteken weihten ihrem Stammesgott, der Sonne, menschliche Herzen. Hier allerdings mussten lebendige Herzen geopfert werden, denn nur sie stärkten die Sonne so, dass sie immer wieder aufgehen konnte. Was heute grausam erscheint, versprach dem geopferten Menschen jedoch Unsterblichkeit und rettete zugleich die Welt vor dem Untergang.
Zu den Vorzeichen der Stunde gehört, dass das Wissen verschwindet, die Unwissenheit herrscht, der Alkohol gewöhnlich getrunken und die Unzucht offenkundig wird.
>>Mu7amad der Prophet Allahs, Allahs Segen und Friede auf Ihm. 0080<<
Das Herz hat im Körper zwei zentrale Aufgaben: es sorgt dafür, dass das Blut in der Lunge Sauerstoff tanken kann und es pumpt das mit Sauerstoff beladene Blut in den Körper. Dafür betreibt es zwei getrennte Pumpsysteme, die nebeneinander im Herzen liegen und von einer dünnen Wand, der Herzscheidewand, getrennt werden. Gesteuert von Erregungszentren im Herzen selbst, befördern sie 70 mal pro Minute die exakt gleiche Menge Blut in den kleinen Lungen- und den großen Körperkreislauf.
Jede der Pumpen hat einen kleinen Vorhof, der das Blut sammelt, und, dahinter geschaltet, eine große Kammer, die das Blut in den jeweiligen Kreislauf presst. Das rechte Herz pumpt sauerstoffarmes Blut in die Lunge. Das kräftige linke Herz sauerstoffreiches Blut in den Körper. Ein ständiger Wechsel zwischen Anspannung und Entspannung des Herzmuskels treibt dabei den Blutfluss an. Die Anspannungsphase nennt man beim Herzen Systole, die Entspannungsphase Diastole.
Damit das Blut immer in die richtige Richtung fließt und nichts verloren geht, besitzt das Herz Rücklaufventile, die Herzklappen. Man unterscheidet zwei Arten von Klappen: Segelklappen und Taschenklappen.
Die häutigen Segelklappen liegen zwischen Vorhof und Kammer. Sie funktionieren ebenso einfach wie effektiv: Steigt der Druck in der Herzkammer bei der Anspannung des Herzmuskels über den Druck im vorgeschalteten Vorhof an, werden die häutigen Klappensegel eng aneinandergedrückt und verschließen die Kammer zum Vorhof hin. Sie schließen mit dem ersten Herzton und garantieren damit, dass in der Systole kein Blut in den Vorhof zurückfließt.
Die sternförmigen Taschenklappen sitzen am Kammerausgang. Sie öffnen sich wenn sich die Kammermuskulatur zusammenzieht und werden, nachdem das Blut vom Herz in den Kreislauf ausgestoßen wurde, automatisch vom Gewicht des zurückströmenden Blutes geschlossen. Sie verhindern damit, dass in der Diastole Blut ins Herz zurückfließt. Ihr Schließen bildet den 2. Herzton.
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Er kommt oft wie aus heiterem Himmel und ist die häufigste Todesursache in den Industrienationen - der Herzinfarkt. In Deutschland sterben jährlich etwa 85.000 Menschen daran. Die Ursache ist der akute Verschluss eines der Herzkranzgefäße, die den Herzmuskel selbst mit Blut versorgen. Das nicht mehr durchblutete Gewebe stirbt dann ab, gefährliche Rhythmusstörungen und eine Pumpschwäche sind die Folge.
Wie es zu einem solchen Gefäßverschluss kommt, schien lange Zeit geklärt: Man meinte, cholesterinhaltige Ablagerungen in den Wänden der Herzkranzgefäße würden diese immer weiter einengen, bis schließlich nicht mehr genug Blut hindurch gelangt, um das Muskelgewebe mit Sauerstoff zu versorgen. Aber in den letzten Jahren hat sich das Bild vom Herzinfarkt gewandelt. Bei vier von fünf Infarktpatienten liegt der Verschluss in einem Bereich, der gar nicht oder nur wenig verengt ist.
Das neue Bild vom Herzinfarkt
Heute deutet vieles darauf hin, dass entzündliche Vorgänge und eine gesteigerte Blutgerinnung schließlich zum akuten Infarkt führen. Eine zentrale Rolle spielt dabei weiterhin das Blutfett Cholesterin. So genannte LDL-Partikel, an Eiweißstoffe gebundene Cholesterinmoleküle, dringen ständig aus dem Blut in die innere Schicht der Arterien ein, und verlassen sie auch wieder. Das ist ein normaler Vorgang.
Risikofaktoren wie Rauchen, Bewegungsmangel und eine unausgewogene Ernährung können bewirken, dass Fettpartikel in der Arterienwand bleiben und sich dort verändern. Das Fett wird sozusagen "ranzig" und verursacht eine Entzündung. Fresszellen des Immunsystems nehmen die Fette auf und verdauen sie. Mit der Zeit bildet sich eine fetthaltige Ablagerung aus verdauten Cholesterin-Partikeln und Bruchstücken abgestorbener Zellen, die nur durch eine dünne Zellschicht von der Blutbahn getrennt ist - ein so genannter Plaque.
Gefährlich wird es, wenn diese trennende Schicht einreißt. Wie es dazu kommt, ist nicht genau bekannt. Liegt der Plaque frei, wird sofort das Gerinnungssystem des Blutes aktiviert. Ein Gerinnsel aus Fibrinfäden und Zellen bildet schließlich einen Propf, der das Herzkranzgefäß verschließt. Das hinter der Verstopfung liegende Muskelgewebe ist dann nicht mehr durchblutet und stirbt ab - es kommt zum Herzinfarkt.
Die Herzkranzgefäße versorgen den Herzmuskel mit Blut
Fresszellen des Immunsystems (Makrophargen) nehmen veränderte Cholesterinpartikel auf
Fettreiche Ablagerungen (Plaque) bergen die Gefahr eines Infarkts
Die dünne Zellschicht über dem Plaque kann reißen, die Blutgerinnung wird aktiviert
Das Blutgerinsel droht das Gefäß zu verschließen
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